Oops, leider verwenden Sie einen wirklich alten Browser! Für uns ist das in Ordnung, aber als zukunftsorientierte Agentur setzen wir Technologien ein, die Ihr Browser nicht unterstützt. Diese Website wird also nicht dargestellt, wie sie aussehen sollte. Bitte tun Sie sich und dem Internet einen Gefallen und laden Sie eine aktuelle Version von Chrome, Firefox oder Safari herunter. Sie werden das Web mit ganz anderen Augen sehen und viel sicherer surfen.

Seriöses Marketing: 20 Taktiken, auf die Sie besser verzichten sollten

Seriöses Marketing (Werbetafeln in einer U-Bahn)

Früher durfte Marketing fast alles. Einschränkungen ergaben sich höchstens aus Wettbewerbs- und Verbraucherschutzrecht. Heute entscheiden aber vor allem die Konsumenten darüber, mit welchen Marketing-Taktiken sie einverstanden sind – und welche sie als belästigend empfinden. Letzteres trifft auf einen Großteil heute eingesetzter Methoden zu, die von den besonders lauten "Marketern" immerzu propagiert werden. Und leider von Unternehmen angewandt werden, die auf eine vermeintlich fachkundige Meinung vertrauen, aber eigentlich etwas ganz anderes bräuchten: seriöses Marketing, von dem sogar die Kunden begeistert sind.

Kurzfassung (TL;DR)
  • Wer kein seriöses Marketing betreibt, betreibt auch kein seriöses Unternehmen.
  • Verzichten Sie auf Popups jeder Art und alle anderen Formen unerwünschter Mitteilungen (z.B. Telefonanrufe, E-Mails, Direct Messages, Kommentarspam und Newsletter ohne Erlaubnis).
  • Wenn Sie Werbung betreiben, dann immer nur für Ihre Nutzer und nicht für Ihre Produkte. Und versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können.
  • Gehen Sie ehrlich mit Ihren Kunden um und beleidigen Sie sie nicht oder verstecken Sie Ihre Preise. Auch mit Unwahrheiten sollten Sie sehr, sehr vorsichtig sein.
  • Verzichten Sie auf Paid Content, damit haben die Verlage schon genug Probleme. Es gibt fast nichts, das Nutzer nicht an anderer Stelle auch kostenlos bekommen.

Wer muss seriöses Marketing betreiben?

Seriöse Unternehmen müssen seriöses Marketing betreiben. Aber was heißt seriös? Das ist eine ähnliche Frage wie die nach „hochwertigen Produkten“. Welches Unternehmen behauptet nicht, hochwertige Produkte herzustellen und auf Qualität zu setzen? Genauso wird auch kein Unternehmen zustimmen, wenn man es als unseriös bezeichnet. Und doch versuchen nicht wenige von ihnen, mit allen Mitteln ihre Produkte unter die Leute zu bekommen. Koste es, was es wolle.

Seriöses Marketing ist für solche Unternehmen essenziell, die langfristig ernst genommen werden wollen. Vor allem von ihren Kunden. Unseriöse Taktiken funktionieren in gewissem Maße (und nur in der Masse), aber wendet man sie an, muss man den mitunter erheblichen Verlust seines Ansehens in Kauf nehmen können. Auch das würde kein Unternehmer unterschreiben, aber gerade deshalb ist es wichtig, die eigenen Marketing-Taktiken zu überdenken und den Kunden wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Die folgenden 20 sollten Sie am besten sofort aus Ihrem Maßnahmenkatalog streichen.

20 unseriöse Marketing-Taktiken

Die folgenden 20 Taktiken sind nicht nur besonders schwer für Konsumenten zu ertragen, sie zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie von selbsternannten Marketern mit dem Megafon propagiert werden. Sie versprechen unglaubliche Conversion Rates, die sie im Zweifel nicht einmal selbst erzielt haben. Und locken mit den süßen Klängen des Erfolgs. Der sich leider für die meisten Unternehmen auf diese Weise niemals einstellen wird.

Sie würden doch in Ihrem Ladenlokal auch nicht hinausgehende Besucher mit dem Griff Ihres Stockschirms wieder einfangen, den Sie ihnen wie ein Lasso um die Gurgel gelegt haben?

1. Popups

Das Netz ist voll mit Websites, die mehr oder weniger diskret auf den eigenen Newsletter oder ein neues Buch oder einen interessanten Kurs hinweisen. Ein Großteil der Website-Betreiber setzt hier auf Popups, die aber nichts anderes tun, als den Besuchern die Zornesröte ins Gesicht zu treiben.

Denn ein Besucher befindet sich auf einer Website, weil er nach etwas sucht: nach einer Information, nach Entspannung, nach Unterhaltung, Produkten oder Kontaktinformationen. In jedem Fall sucht er nicht nach einem Popup, das ihn von der Erreichung seines Ziels abhält.

Würden Sie sich wünschen, dass ein Popup aufgeht, am besten schon bevor Sie überhaupt angefangen haben, diesen Artikel zu lesen oder sich auf der Website zurechtzufinden? Um sie auf etwas ganz anderes hinzuweisen, das mit ihrem Ziel überhaupt nichts zu tun hat?

Popups sind störend, darin sind sich nahezu alle Internetnutzer einig. Also verzichten Sie am besten ganz darauf.

2. Exit Popups

„Aber wir können doch Exit-Popups verwenden, die stören niemanden!“ Sind Sie sich sicher? Ihre Besucher würden Ihnen nun entgegenhalten, dass sie doch bereits die Entscheidung getroffen haben, die Website zu verlassen. Sie würden doch in Ihrem Ladenlokal auch nicht hinausgehende Besucher mit dem Griff Ihres Stockschirms wieder einfangen, den Sie ihnen wie ein Lasso um die Gurgel gelegt haben? Genau diesen Eindruck vermittelt aber solch ein Popup: einen verzweifelten.

Exit Popups funktionieren auf eine ganz simple Weise: Wenn sich der Mauszeiger dem Rand des Browsers nähert, wird das Popup geöffnet, weil davon ausgegangen wird, dass der Besucher das Tab schließen will.

Das ist aber gar nicht immer der Fall. Oft will man das Fenster nur verschieben, Inhalte mit einem anderen Tab vergleichen oder gar etwa die aktuelle Seite als Lesezeichen abspeichern. Es gibt unzählige Gründe, warum die Maus das Fenster verlässt, ohne dass der Besucher die Website verlassen will. Aber mit einem Exit-Popup erreichen sie bloß, dass er es dann trotzdem tut. Aus Prinzip.

Nichts, wirklich gar nichts Nachhaltiges lässt sich mit der Brechstange erzwingen.

3. Ständige Wiederholungen

Ja, Ihre Message ist wichtig. Ja, nach einmaligem Hören oder Sehen wird niemand jemals darauf eingehen. Aber das bedeutet doch nicht, so viele Interaktionen mit derselben Message in so wenige Minuten wie möglich zu packen.

Wer keine Geduld hat, wirkt bloß verzweifelt. Und selbst wenn einem als Unternehmer einmal das Wasser bis zum Hals steht, zeichnet es den souveränen aus, trotzdem die Ruhe zu bewahren. Denn nichts, wirklich gar nichts Nachhaltiges lässt sich mit der Brechstange erzwingen.

Dazu zählt auch, in sozialen Netzwerken permanent auf dasselbe Produkt oder denselben Blogbeitrag hinzuweisen. Natürlich sehen bei weitem nicht alle Follower den einen Tweet. Das ist aber kein Grund, ihn alle paar Stunden zu wiederholen. Es spricht nichts gegen Wiederholung im Allgemeinen, die ist sogar notwendig – aber lassen Sie den Menschen ein bisschen Luft zum Atmen. Viel hilft nicht immer viel.

4. Push Notifications

Eines der großen Probleme unserer Zeit ist die Informationsflut. Dieser Herr zu werden, ist eine Aufgabe auf Lebenszeit. Vor allem für junge Generationen, die zum Sklaven ihrer Smartphones wurden. Der Autor dieses Beitrags nimmt sich da keinesfalls aus.

Nun ist es für Unternehmen verlockend, sich Push Notifications zunutze zu machen. Ob im Rahmen ihrer App oder auf der eigenen Website. Warum den Nutzer nicht ungefragt darauf hinweisen, dass man etwas Neues für ihn bereithält?

Das Problem ist, dass bereits die großen Tech-Konzerne wie Facebook solche Maschen nutzen. Und Konsumenten diese Taktik immer stärker leid werden. Und sich dann auf Social-Media-Kanälen darüber beschweren, wer sie nun schon wieder gefragt hat, ob sie Push Notifications doch bitte erlauben würden?

Generell, aber vor allem auf Websites, sollten Sie niemals nach Push Notifications fragen, wenn diese für den Nutzer nicht absolut und unbedingt notwendig sind. Zum Beispiel, weil Ihre App eine Task Management Software ist und die Nutzer an anstehende Aufgaben erinnern möchte.

Das ist keine Unternehmenskommunikation, das ist Marktschreierei auf dem Niveau eines Teenagers.

5. Telefonanrufe, E-Mails & Direct Messages

Wann haben Sie sich das letzte Mal über einen ungebetenen Werbeanruf gefreut? Über Spam in Ihrer Inbox? Über eine Direktnachricht eines vollkommen Fremden, der Ihnen etwas Bahnbrechendes verkaufen wollte?

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als Unternehmer sind Sie nicht allein. Von Ihrer Zielgruppe wollen noch Hunderte oder Tausende andere Unternehmen etwas und zögern nicht, es einzufordern. Schließen Sie sich dieser Gruppe an, werden Sie genauso missachtet wie sie.

Es gehört sich nicht, potenzielle Kunden ungefragt anzurufen, ihnen ungefragt E-Mails zu senden und sie mit Direktnachrichten zu bombardieren. Sie bekommen genug davon und können in den meisten Fällen auf jede weitere verzichten.

Stattdessen sollten Sie sich die Erlaubnis verdienen, sie kontaktieren zu dürfen. Nicht mit einem versteckten Häkchen im Bestellformular. Sondern weil Sie ihnen wirklich etwas bieten können, was sie haben wollen. Und zwar ohne, dass Sie dafür Geld verlangen.

6. Kommentarspam

Ein Evergreen unter den selbsternannten Marketern (sie nennen sich gerne „Digital Marketer“ oder ganz verwegen „Growth Hacker“) ist Kommentarspam jeder Art. Ob man nun seine Meinung unter fremde Blogbeiträge schreiben oder möglichst viele Bilder eines Instagram Accounts liken und mit eloquenten Formulierungen wie „Super schönes Foto“ kommentieren soll – diese Ratschläge sind Unsinn.

Nicht nur, weil die Erfolgsrate unheimlich gering ist – sondern weil es die Zielpersonen furchtbar stört. Was würden Sie davon halten, wenn alle paar Sekunden Ihr Smartphone aufblinkt, weil XYZ ein Bild von Ihnen geliked hat. Und gerade, wenn der Bildschirm wieder ausgeht, liked dieselbe Person noch eins. Und das geht noch ein paar Mal so weiter. Und dann gibt es noch einen Kommentar, der gar nicht weniger Inhalt und Aussagekraft haben und auf eine Million andere Fotos ebenso passen könnte. Das ist keine Unternehmenskommunikation, das ist Marktschreierei auf dem Niveau eines Teenagers.

Sollten Sie keine Kommentare schreiben? Doch. Aber ausgesuchte. Schauen Sie, mit wem es sich wirklich lohnt, in Kontakt zu treten. Und kommentieren Sie dort: im Blog, bei Facebook, bei Instagram. Wo auch immer es angemessen ist und sich Gelegenheiten ergeben. Nicht unter jedes Foto oder jeden Beitrag, sondern sinnvoll und regelmäßig und nur dann, wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben. Es wird eine Weile dauern, bis die angesprochene Person merkt, dass Sie es – entgegen 99,99 % aller anderen – wirklich ernst meinen. Aber wenn es soweit ist, kann daraus auch tatsächlich etwas erwachsen.

Das ist kein seriöses Marketing. Das ist ein Geschenk mit einem Haken. Und niemand mag Haken.

7. Newsletter ohne Erlaubnis

Die meisten Unternehmen verstehen zum Glück, dass es nicht nur unerwünscht, sondern in den meisten Fällen auch illegal ist, wildfremden Menschen E-Mails mit Werbung zuzusenden. Wo aber fast alle eine Ausnahme machen, ist beim Newsletter.

Egal wo man etwas kauft, egal wo man auch nur die simpelste Anfrage stellt: Man kann sich sicher sein, dass man in Zukunft den Newsletter des Unternehmens erhält. Alles unter dem Deckmantel, dass man davon ausgegangen sei, dass das die Person interessieren würde, weil sie doch immerhin dort gekauft habe oder durch eine E-Mail Interesse gezeigt habe.

Der Kauf eines Produktes oder eine Frage an den Kundensupport bedeutet aber noch lange nicht, dass jemand nun auf Lebenszeit E-Mails mit Werbung erhalten möchte. Und Unternehmen sollten nicht glauben, dass sie auf der sicheren Seite sind, nur weil das rechtlich eine Grauzone ist, die noch nie zu negativen Konsequenzen geführt hat.

Wenn Sie unbedingt jeden potenziellen Interessenten auf Ihre E-Mail-Liste eintragen möchten, dann tun Sie etwas, das nur wenige Sekunden Zeit kostet: Fragen Sie ihn. Fragen Sie während des Kaufs, ob die Person auch Ihren Newsletter haben möchte (mit nicht-vorangekreuztem Kästchen). Fragen Sie den Interessenten am Ende einer E-Mail-Konversation, ob er darüber hinaus Interesse an Neuigkeiten Ihres Unternehmens hat und ob Sie ihn in Ihre Liste eintragen dürfen.

Je besser Sie dabei den Nutzen für den Kunden (nicht Ihren eigenen) kommunizieren, desto größere Chancen haben Sie auf ein Ja. Und damit eine Adresse auf der Liste, deren Inhaber wirklich an Ihren Nachrichten interessiert ist und nicht wutentbrannt auf „Spam“ klickt.

8. Digitale Kaffeefahrten

Haben Sie auch den Tipp einiger Growth Hacker gehört, dass Sie ein kostenloses Webinar anbieten sollen? Und dass Sie dort – denn immerhin ist es ja kostenlos und damit sind Sie ja den Menschen wirklich genug entgegengekommen – bei jeder Gelegenheit auf Ihr neues Produkt oder Ihre Membership Website hinweisen sollen?

Das ist kein seriöses Marketing. Das ist ein Geschenk mit einem Haken. Und niemand mag Haken.

Wenn Sie etwas Kostenloses anbieten, dann lassen Sie es auch kostenlos sein. Kostenlos bedeutet nämlich auch, dass es den Nutzer nicht unnötig Zeit und Nerven kostet.

Kostenlose Webinare sind eine tolle Gelegenheit, auf sich aufmerksam machen. Genauso wie Blogartikel und viele andere Inhalte, für die Nutzer nicht zahlen müssen. Aber genauso wie es sich bei Blogbeiträgen nicht gehört, alle paar Absätze Eigenwerbung zu betreiben, sollte sich das auch bei Webinaren zumindest stark in Grenzen halten.

Seriöse Unternehmen warten auf den richtigen Zeitpunkt.

9. Adletter statt Newsletter

Den Wortteil „News“ in „Newsletter“ kann man durchaus falsch verstehen. Zum Beispiel als Nachrichten über das Unternehmen selbst. Oder über die eigenen Produkte. Das ist von den Kunden aber in den meisten Fällen nicht erwünscht, denn dabei handelt es sich nicht um News, sondern um Werbung.

Konsumenten versprechen sich von Newslettern nahezu immer Content. Ob das individuelle Inhalte sind oder ein Hinweis auf die neuen Blogbeiträge und Podcast-Episoden und YouTube-Videos spielt erst einmal keine große Rolle. Aber es muss ersichtlich sein, dass es hierbei um den Empfänger geht. Dass er etwas davon hat, dass er sich diese E-Mail durchliest.

Ein Gutschein oder eine Rabattaktion kann legitim sein, aber nur als Teil eines echten Newsletters – nicht als Selbstzweck.

10. Unpassendes News Hijacking

Es gibt Themen, über die reden Menschen gerne. Vor allem dann, wenn sie brandaktuell sind. Manchen Unternehmen fällt dann nichts Besseres ein, als diese Events zu kapern. Und diese Praktik existiert schon sehr lange.

In ihrer Grundform besteht sie darin, dass man als Bäcker zum Martin Luther King Day eine Martin Luther King Torte anbietet. Das ist so angemessen wie harmlos. Und regionale Presse informiert darüber ab und an ganz gerne, wenn sie sonst nichts zu berichten hat.

Man kann diese Taktik aber auch schnell übertreiben. Und zwar immer dann, wenn Thema und Unternehmen wirklich gar nicht zusammenpassen wollen. Oder alles nur wie ein verzweifelter Versuch wirkt, sich anzubiedern und in den Vordergrund zu stellen. Seriöse Unternehmen warten auf den richtigen Zeitpunkt.

Es gibt keinen Grund für Clickbait, außer Sie betreiben ein Boulevardblatt.

11. Clickbaiting

Dieser Beitrag hat Ihnen 20 Taktiken versprochen, die Sie unbedingt vermeiden sollten, wenn Sie seriöses Marketing betreiben möchten. Bislang sind wir erst bei der 11., also hat er sein Versprechen noch nicht eingelöst. Clickbait wäre, wenn er an dieser Stelle aufhören würde. Clickbait wäre aber auch, wenn er etwas ganz anderes versprechen würde, was er inhaltlich nicht halten kann.

Clickbait liegt immer dann vor, wenn eine Headline künstlich Aufmerksamkeit erzeugt, aber der Artikel dahinter überhaupt nicht einhält, was er verspricht. Skandalheadlines sind das beste Beispiel dafür.

Verzichten Sie darauf. Und zwar vollumfänglich. Es gibt keinen Grund für Clickbait, außer Sie betreiben ein Boulevardblatt.

12. Offensive Opt Out

Kennen Sie das? Sie werden auf einen Newsletter oder ein Produkt hingewiesen und erhalten zwei Buttons als Möglichkeit, um fortzufahren. Bei dem einen entscheiden Sie sich für eine Anmeldung. Und beim anderen dagegen. Soweit so gut.

Unangemessen wird es bloß, wenn dieser zweite Button beleidigend wird. Beispiele: „Nein, ich möchte weiterhin erfolglos bleiben“, „Nein, ich möchte nicht attraktiv sein“, „Nein, ich will mich nicht wohlfühlen“

Sie glauben nicht, wie viele „Growth Hacker“ dazu raten. Und wie viele Website-Betreiber darauf reinfallen. Natürlich ist das keine Art, mit seinen Besuchern umzuspringen. Denn damit nötigt man sie lediglich zu einem Abschluss. Und beleidigt sie, wenn sie sich nicht nötigen lassen möchten.

Das erinnert an Gebrauchtwagenverkäufer, die plötzlich ausfallend werden, weil ein Kunde nicht auf ihren Trick hereingefallen ist. Für seriöses Marketing sind solche Offensive Opt Outs allerdings vollkommen unbrauchbar.

Link Building ist eine von diesen Sachen, die eigentlich einmal harmlos waren – und dann von selbstgerechten Marketern gnadenlos übertrieben wurden.

13. Rezensionen fälschen

Es ist tragisch, dass man das überhaupt erwähnen muss, aber: Sie sollten niemals, unter gar keinen Umständen Rezensionen fälschen.

Sollte das auffallen, drohen harte Konsequenzen. Nutzer bemerken es zudem immer schneller. Und es gehört sich schlicht und einfach nicht. Punkt.

14. Link Building

Link Building ist eine von diesen Sachen, die eigentlich einmal harmlos waren – und dann von selbstgerechten Marketern gnadenlos übertrieben wurden. Noch heute liest man auf diversen Blogs, wie man tote Links auf fremden Blogs ausfindig machen und den Betreiber nicht nur darauf, sondern auch auf den eigenen Artikel aufmerksam machen soll, der doch prima als Ersatz herhalten könnte.

Diese Taktik ist so überschaubar wie schäbig. Jede E-Mail dieser Art, ganz gleich wie freundlich massenformuliert, landet unmittelbar in meinem Spam-Ordner.

Das bedeutet nicht, dass Link Building generell eine schlechte Idee ist (wobei es meist vollkommen überbewertet wird). Es spricht nichts dagegen, mit anderen Betreibern von Websites in Kontakt zu kommen und Beziehungen zu pflegen. Es spricht nur etwas dagegen, sie auszutricksen und hinters Licht zu führen oder sie bloß zu missbrauchen. Das haben Sie wirklich nicht nötig.

Glauben Sie, dass Ihr Content es wert ist, hinter einer Paywall zu stecken? Dass man dieselben Informationen wirklich nirgendwo anders in ähnlicher Qualität bekommt?

15. Paid Content

„Ist Paid Content jetzt auch schon verboten?“, höre ich Sie murmeln. Es kommt darauf an.

Bedenken Sie einmal Folgendes: Der mit Abstand größte Teil von Content im Netz ist vollkommen kostenfrei. Alleine WordPress Websites waren im Oktober 2017 für 91,8 Millionen neue Beiträge verantwortlich. Tendenz unaufhaltsam steigend.

Glauben Sie, dass Ihr Content es wert ist, hinter einer Paywall zu stecken? Dass man dieselben Informationen wirklich nirgendwo anders in ähnlicher Qualität bekommt?

Nutzer sind durchaus bereit, für Content zu bezahlen. Aber nur, wenn er einen deutlichen Mehrwert bietet. Und der ist schon bei kostenlosen Inhalten sehr schwierig zu vermitteln. Ist Ihr Content es wirklich wert, dass jemand sein Netflix- oder Bundesliga-Abo dafür kündigt? Oder seine New York Times Subscription?

Es spricht nichts dagegen, sich wirklich gute und aufwändige und umfassende Inhalte bezahlen zu lassen. Aber dann sprechen wir in der Regel von Büchern oder ganzen Kursen. Und nicht von einzelnen Artikeln. Die deutschen Zeitungsverlage machen schon seit Jahren den Fehler, hierzulande immer noch horrende Gebühren für etwas zu verlangen, das man an jeder Ecke kostenlos bekommt. Machen Sie nicht denselben Fehler.

16. Künstliche Verknappung

Von Ihrem sagenumwobenen E-Book gibt es nur wenige Exemplare, deshalb sollten Interessenten gleich zuschlagen? Warum? Hat die digitale Druckerei keine Tinte mehr?

In irgendeinem Marketingseminar hat jeder einmal gelernt, wie wichtig Verknappung ist. Denn erst sie sorgt dafür, dass Kunden etwas kaufen – selbst dann, wenn sie es gar nicht haben wollen. Das war zu nicht-digitalen Zeiten aber etwas leichter. Da nahm man es einem Unternehmen ab, dass es nur eine begrenzte Menge herstellte. Heute, in Zeiten digitaler Güter und On-Demand-Produktion, wirkt das wenig glaubwürdig. Da bietet sich so etwas eher für limitierte Editionen an.

Am problematischsten ist jedoch die Verknappung auf Zeit. Ja, es ist effektiv, Kunden ein Angebot nicht auf ewig in Aussicht zu stellen. Aber der Fairness halber sollte man sich selbst dann auch daran halten. Wer das Angebot „aufgrund unerwartet hoher Nachfrage“ noch einmal verlängert, betrügt seine Kunden und macht sich schlichtweg lächerlich. Das ist ein unentschuldbarer Anfängerfehler.

Wenn Sie möchten, dass andere sich an eine Abmachung halten, halten Sie sich selbst auch daran. Dann klappt es auch mit dem Vertrauen.

Das Pflegeprodukt, das ungepflegter und faltiger Haut den sanften Pflaum von Mitte 20 zurückgibt? Das existiert nicht.

17. Flyer & Prospekte

Das mit dem digitalen Zeitalter hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Egal wie modern ein Shop wirkt, man erhält doch wieder ungefragt Prospekte und Flyer und Rechnungen auf Papier.

Für eine gewisse ältere Zielgruppe mag das ja noch akzeptabel sein, aber machen Sie so etwas bitte nicht mit Millennials oder noch jüngeren Generationen, oder Sie müssen damit rechnen, dass sie die Prospekte zusammenrollen und als Fackel benutzen, wenn sie vor Ihrem Unternehmenssitz demonstrieren.

Es ist heute wirklich vollkommen unnötig, Werbung auf Papier zu produzieren, mal ganz abgesehen von der Umweltverschmutzung, die das hervorruft. Junge Menschen hassen Werbung. Niemand setzt sich heutzutage noch hin und blättert einen Prospekt durch, wenn er wenigstens irgendetwas mit seiner Zeit anzufangen weiß. Jeder Prospekt und jeder Flyer belastet den Empfänger nur, weil er einen weiteren Gang zum Papierkorb gehen muss. Auch Rechnungen sind viel einfacher auffindbar, wenn sie per E-Mail versendet werden.

18. Lügen

Eine kleine Lüge hier und da hat noch niemandem geschadet. Aber achten Sie darauf, das nicht zu weit zu treiben. Klassische Werbung lügt seit jeher. Das Pflegeprodukt, das ungepflegter und faltiger Haut den sanften Pflaum von Mitte 20 zurückgibt? Das existiert nicht. Und das sollten Sie auch nicht suggerieren.

Natürlich lebt Werbung auch ein Stück weit von Übertreibung und Überspitzung. Aber in dem Moment, in dem Kunden für dumm verkauft werden sollen und in dem sie am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht sein werden, ist es kein seriöses Marketing mehr. Sondern Betrug.

Sie müssen davon ausgehen, dass Ihre Werbung in den meisten Fällen auf Wut oder bestenfalls Gleichgültigkeit stößt. Dafür kostet sie viel zu viel Geld.

19. Preise verstecken

Auch an Ostern sollte man eines niemals verstecken: und zwar die Preise. Doch leider passiert das immer noch viel zu oft.

Ob der Kunde nun eine kostenlose Testphase buchen muss, um erst nach 2 Wochen die eigentlichen Preise zu erfahren oder ob der Preis auf der 9. Unterseiten oder am Ende einer kilometerlangen Landing Page versteckt ist: Preise müssen transparent sein.

Die Idee hinter dieser Taktik ist, dass der Preis den Kunden nicht abschrecken soll, bevor er all die Vorteile kennt. Missachtet wird dabei, dass die meisten Kunden zunächst einmal wissen wollen, was da auf sie zukommt. Um zu wissen, ob sie ihre Zeit da möglicherweise verschwenden.

Vielleicht kommt für den Kunden nur ein monatlicher Preis von 9,95 Euro in Betracht. Bei 14,95 Euro wird er sich womöglich dennoch informieren, ob es die Vorteile nicht wert sind. Aber wenn Sie glauben, ihn von einer Gebühr in Höhe von 49,95 Euro überzeugen zu können, während er nur ein Fünftel ausgeben will, nur indem Sie den Preis verstecken, müssen Sie sehr optimistisch sein.

Besuchern, die aussteigen, weil ihnen der Preis viel zu hoch erscheint, ist der Preis auch viel zu hoch. Daran werden Sie nichts ändern können, sie sind einfach nicht Ihre Zielgruppe.

20. Werbung

Last but not least: die Werbung. Werbung ist mittlerweile ein wirklich dünnes Eis, denn es gibt kaum Situationen, in denen sie nicht stört: beim Fernsehen, beim Lesen, beim Hören, beim Surfen. Werbung ist immer dann zur Stelle, wenn man sie gerade überhaupt nicht gebrauchen kann. Deshalb installieren Menschen zunehmend Adblocker und schauen immer weniger fern – und dafür mehr werbefreies Netflix.

Sie müssen also davon ausgehen, dass Ihre Werbung in den meisten Fällen auf Wut oder bestenfalls Gleichgültigkeit stößt. Dafür kostet sie viel zu viel Geld.

Dass Sie nicht ganz auf Werbung verzichten möchten, ist dennoch verständlich. Denn Content Marketing läuft auch nicht immer sofort von ganz allein. Und Werbung gibt einem diese Sicherheit, dass man sich marketingtechnisch wenigstens um die Basics gekümmert hat. Und gut gemacht kann sie sogar funktionieren.

Beachten Sie aber dabei die neuen Gesetzmäßigkeiten: Machen Sie keine Werbung für sich, sondern machen Sie Werbung für Ihre Kunden. Weisen Sie also nicht auf Produkte hin, die Sie verkaufen möchten, sondern auf interessante Beiträge auf Ihrem Blog oder auf ein hilfreiches Video, das Sie gedreht haben. Betreiben Sie Werbung für etwas, das Ihren Kunden ernsthaft und ehrlich nützt. Und Sie werden einen viel besseren Werbeeffekt erzielen, als sich mit unerwünschten Produkten aufzudrängen.

Was bleibt noch übrig für seriöses Marketing?

Diese Liste mag wirken, als gäbe es nichts mehr, was man überhaupt noch tun könnte, um nicht negativ aufzufallen. Doch das täuscht. Marketer haben sich zwar große Mühe gegeben, vor allem grauenerregende Taktiken zu entwickeln, die Menschen zwangsläufig irgendwann den letzten Nerv rauben mussten.

Das bedeutet aber nicht, dass es keine Alternativen gäbe. Und dass nicht viele seriöse Methoden noch erfunden werden können, wenn man einmal darüber nachdenkt, anstatt fremde Konzepte ohne ein Hinterfragen zu kopieren.

Um seriöses Marketing zu betreiben, müssen Sie eigentlich nur eines beachten: Stellen Sie Ihren Kunden an die erste Stelle. Fragen Sie sich bei jeder Maßnahme: Ist das gerade etwas, das vor allem uns nützt oder hilft das in erster Linie unseren Kunden? Und reden Sie sich die Antwort darauf nicht schön. „Natürlich ist ein Hinweis auf unsere neuen Produkte für den Kunden gut, denn er will sie ja kaufen“ wäre eine äußerst naive Auffassung der Kundenperspektive.

Ihren Kunden ehrlich etwas zu schenken, ihr Leben zu verbessern, ohne dabei Hintergedanken zu haben, kann nahezu niemals schiefgehen. Und es wird Ihrer Marke und Ihrem Umsatz auf lange Sicht sehr viel mehr helfen, weil Sie Ihre Kunden auf diese Art tatsächlich begeistern – anstatt sie immer und immer wieder mit neuen Taktiken gegen Sie aufzubringen.

Foto: Unsplash.com / Tobias Moore

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.