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Geld sticht Werbung

Geld sticht Werbung (Foto: Leuchtschrift "... amazing prices")

Das Internet ist nicht kostenlos. Nichts im Leben ist kostenlos. Wir zahlen mit Geld, mit Daten oder mit Aufmerksamkeit. Meistens mit allen drei Währungen zusammen. Um sich der vermeintlichen Kostenloskultur anzupassen, setzen Unternehmen immer noch auf Werbeanzeigen, um keine Beiträge für ihre Leistungen erheben zu müssen. Sie halten dieses Modell für fair und übersehen dabei, dass sich einer immer schlecht fühlt: der Nutzer.

Werbung as a Service

Twitter, Facebook, Instagram, Google, sie alle verlangen keinen Cent dafür, dass man dabei sein darf. Dass man tweeten, posten, suchen darf, ohne Begrenzung, ohne Einschränkungen. Sie bieten nicht einmal Premium-Zugänge an, selbst wenn man zahlen wollte. Selbst wenn es noch etwas mehr sein dürfte. Sie finanzieren sich teilweise fast vollständig über Werbung.

Unternehmer finden dieses Modell gut, denn sie erzielen Einnahmen, ohne dass der Nutzer zahlen muss. Sie glauben, dass der Nutzer vor Freude springen müsste, weil er das alles, diese ganze Arbeit die dahinter steckt, vollkommen kostenlos erhält. Und weil im Internet seit Ewigkeiten alles nichts kostet, traut man sich gar nicht, auch nur einen Cent für seine Leistungen zu verlangen.

Das schlechte Gefühl ist immer dabei

Seinen Nutzern erweist man damit aber einen Bärendienst. Denn man bringt sie in eine missliche Lage. Wenn sie sich dafür entscheiden, die Werbung zu konsumieren, dann belästigt man sie. Man hält sie von dem ab, was sie eigentlich tun wollen, und gibt ihnen etwas, das sie mindestens nicht möchten und oftmals sogar hassen.

Doch selbst wenn sie sich dagegen entscheiden und über Adblocker oder Third Party Clients die Werbung umgehen, fühlen sie sich ebenfalls schlecht. Zumindest einige von ihnen, denn sie nutzen nun eine Leistung, die das Unternehmen viel Geld kostet, und erbringen keine Gegenleistung.

Das Leistung-Gegenleistung-Modell ist so tief in unserer Gesellschaft verankert, dass wir es gar nicht gut haben können, wenn wir etwas geschenkt bekommen. Und schon gar nicht, wenn wir es uns einfach nehmen. Wäre das anders, könnte kein Obsthändler mehr Stände im Freien ohne Sicherheitsvorkehrungen aufstellen.

Wer ist Schuld?

Nun sei das allerdings das Problem der Nutzer, wenden Unternehmen ein. Schließlich entscheiden sie sich für die Lösung im Graubereich. Sie sind es doch, die das Unternehmen hängen lassen, das ihnen so viel anbietet und nur so wenig dafür verlangt. Sie können nichts dafür, sie haben alles gegeben, alles versucht. Das glauben sie zumindest.

Unternehmen vergessen dabei oft, dass sie ihren Nutzern keine Wahl gelassen haben: Werbung oder Adblocker. Es gibt kein Dazwischen. Keine Möglichkeit, zu spenden. Und vor allem keine Premium-Accounts. Es ist unverständlich, warum Dienste wie Twitter noch immer kein Bezahlmodell eingeführt haben, denn es würde ihnen kaum schaden.

Wahl ohne Qual

Es spricht nichts dagegen, einen kostenfreien Account anzubieten und diesen über Werbung zu finanzieren. Wenn man seinen Nutzern gleichzeitig die Wahl gibt, ein kostenpflichtiges Abonnement abzuschließen und sich davon zu befreien. Ein paar Extra-Funktionen hinzu und ein nicht unwesentlicher Teil dürfte die monatliche Abbuchung für sich rechtfertigen können. Mit gutem Gewissen.

Diese Möglichkeit muss man seinen Nutzern aber erst einmal gewähren. Unternehmen sollten sich nicht anmaßen, ihren Nutzern die Entscheidung abzunehmen, ob sie lieber mit Werbung zahlen oder mit Geld. Wer Werbung verabscheut – und diese Zahl wird immer größer – der würde sich freuen, Unternehmen zu unterstützen, die ihm jeden Tag so viel geben. Es wäre ein Weg aus dem schlechten Gefühl heraus, das Werbung genauso erzeugt wie sie zu unterdrücken.

Vielleicht warten Twitter, Facebook und Google nur den richtigen Zeitpunkt ab. Twitter wird immerhin nachgesagt, dass sie demnächst kostenpflichtige Analysetools herausbringen werden. Wenn die ihren regelmäßigen Nutzern tatsächlich einen Vorteil bieten, dann werden viele diesen Weg wählen, um ihr Lieblings-Social-Media-Tool ein wenig zu unterstützen. Von Werbung hingegen sollte man sich nicht erhoffen, dass man sie lange vor der Mottenkiste bewahren können wird.

Foto: Unsplash.com / Ondrej Supitar

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